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Fotos von mir (mit Nikon D600): Portrait, Sport, City



Sony A9 (FW 4.1) im Vergleich mit der Nikon D750
„Nikon

Die Nikon D600 war 2013 meine erste Vollformatkamera (ich fotografiere seit 2001 digital und von ca. 1980 bis 2001 analog). Ich habe sie im März 2018 mit der D750 abgelöst. Seit Januar habe ich nun die Sony A9 (mit 35/1,4 Z, 85/1,8 und 24/2,8), die die D750 ersetzt. Hier einige Feststellungen:

Mikrofonvergleich:
- Das Mikrofon der D750 klingt ein wenig besser das der A9 (Klang am PC mit gutem Lautsprecher).
- Interner Gehäuse-Lautsprecher bei D750 wesentlich besser.

Bildqualität:
- Isovergleich Iso12800: Im Bereich um 12800/25600 liegt die A9 etwa eine ganze Blendenstufe vorne (rauschärmer).
- Dynamik im Raw Iso 100 und Iso12800: Bei gleicher Isozahl kein Unterschied feststellbar (muss ich nochmal prüfen).
- Rauschen mit Festbrennweite an Verwackelgrenze 85 mm: Ruhig gehalten D750 mit 1/160 s. ca. 7 von 10 richtig scharfe Bilder. Mit A9 hatte ich bei 1/5 s. etwa die gleiche Ausbeute. Das macht bei statischen Motiven einen Unterschied von ca. 5 Blenden aus bzw. Iso 100 statt 3200 oder Iso 400 statt 12800. Bei leicht bis mittel bewegten Motiven (Bühnenschauspieler) liegt der Vorteil bei 85 mm etwa bei 2 Blendenstufen (sichere Zeit 1/50 s. statt 1/200 s.). Je stärker bewegt das Motiv ist, desto weniger Vorteil bringt der Bildstabi. Alternative zum Nikkor 85/1,8 wäre das (schwere) Tamron 85/1,8 VC mit integriertem Bildstabi.
- Am hellen Strand konnte ich auf Blende 1,4 zwecks Freistellen aufgeblendet lassen, da die Kamera auf 1/16000 s. ging (D750 geht nur bis 1/4000 s.).



Autofokus Foto:
- AF-S: Bei D750 ohne Pumpen, bei A9 mit etwas Pumpen. Geschwindigkeit etwa gleich.
- AF-C: A9 hat große Vorteile durch die Motiverkennung, also bei Augen und Objekten. Beim Portraitshooting werden Augen sicher im Fokus gehalten, womit man schneller und sicherer auslösen kann. Mit der A9 habe ich weniger Ausschuss. Bei der D750 hatte ich öfter scharfe Nasen statt Augen.




Fokussierung im Video:
- AF ist bei der Nikon nur im Notfall zu verwenden, da deutliches Pumpen zu sehen ist.
- Bei der Nikon fokussiert man am besten manuell mit einer Displaylupe, die weit abstehend am Monitor sitzt und schnelles Fotografieren durch den Sucher verhindert.
- AF-C funktioniert bei der A9 sehr gut, genauso wie beim Fotografieren. Bewegte Objekte kann man damit gut verfolgen. Um dann auch mal manuell durch den Schärfebereich zu fahren, empfiehlt es sich den AF-Umschalter auf einen C-Button zu legen (ich habe ihn auf C2, also AF on/off). Sobald auf manuellen Fokus geschaltet wird, sieht man die farbige Kantenanhebung. Nicht vergessen auf AF umzuschalten, sobald man ihn braucht.
- Touch-AF an der A9 ist sehr praktisch, funktioniert aber nur mit Monitor, nicht mit Sucher.
- Sinnvoll kann es sein an der A9, einen Button mit Fokus-Halten zu belegen (damit habe ich den AEL-Button belegt). Allerdings hält auch die Motiverkennung Objekte im Fokus.
- Manuelles Scharfstellen alleine nach Bildschirm ohne Kantenanhebung ist mit Displaylupe am Monitor bei der D750 eher besser als per Sucher mit der A9, obwohl man die Pixel am Display deutlich sieht. Das Bild ist jedoch größer als das Sucherbild der A9. Doch mit Kantenanhebung liegt die A9 mit manueller Fokussierung wieder gleichauf.
- Push-AF geht bei der A9 per Auslöseknopf, jedoch mit leichtem Pumpen, oder per AF-On-Taste (mit Augen-AF belegt), dann ohne Pumpen, seltsamerweise.

Filmen und Fotografieren bei Aufführungen (Bühne):
- Hier zeigt die A9 ihre großen Vorteile: Kein Auslösegeräusch (el. Auslöser), (störend heller) Monitor beim Filmen abschaltbar, schneller Wechsel Foto/Video ohne Displaylupenmontage, Augen-AF mit Verfolgung wertvoll, Bildstabi mit Festbrennweiten (auch bei bewegten Personen mit 85er ein Vorteil). Die D750 ist hier eigentlich gar nicht nutzbar, da zu laut.
- Videos mit 85/1,8 brauche ich am PC nicht mehr nachträglich stabilisieren. Damit bleibt auch die Auflösung voll erhalten. Bei der Nikon musste ich fast alles im Schnittprogramm stabilisieren, was bei schnellen Bewegungen Fehler zeigte. Der Stabi der A9 funktioniert im Video gut.

Portraitshooting in der City:
- Der Augen-AF erlaubt viel schnelleres/häufigeres Auslösen.
- Die Models orientieren sich bei der A9 nicht am Auslösegeräusch. Bei der Nikon hatte ich es öfter, dass sie nach einem Bild eine andere Pose einnehmen, was nicht immer so ideal ist, wenn das erste Bild noch nicht optimal war.




Bildkontrolle:
- Die D750 hat eine bessere Monitorqualität mit mehr Kontrastumfang. Außerdem ist der Monitor der D750 etwas größer (3,2“ vs. 3,0“).
- Auch der Sucher der A9 zeigt nicht ganz so viel Kontrastumfang wie der brillante D750-Monitor. Trotzdem…
- Der Sony-Sucher erlaubt bei der Wiedergabe eine bessere Beurteilung als jeder Monitor, da das Bild viel größer ist. Noch größer ist der Unterschied bei der Videobeurteilung, weil man im Video nicht reinzoomen kann.
- Die Klappmechanik wirkt an der A9 besser.
- Die Lautstärke bei D750 ist direkt per Buttons verstellbar. Bei A9 muss man vor der Wiedergabe ins Menü und dort einstellen.
- Bei der D750 sehe ich am Monitor bei der Wiedergabe Blende, Zeit und Isozahl erst nach Fortschalten zu mehr Datei-Infos. Bei der A9 habe ich das schon im Bild.

Übertragung der Dateien auf das Handy:
- Mit A9 können über die App auch Videos übertragen werden.
- Mit D750 können nur Fotos über die Nikon-App übertragen werden.

Videoformate:
- Die Sony kann 4k mit 25 oder 30 fps (je nach Ländereinstellung).
- Die Sony kann Full-HD bis 100 bzw. 120 fps, die Nikon nur bis 60 fps.
- Bei der Nikon sind alle fps im Menü (24, 25, 30, 50, 60 fps), bei der Sony nur diejenigen, die zur Ländereinstellung passen (Deutschland 25, 50 und 100 fps).
- Die Sony hat verschiedene Formate zur Verfügung (MP4, AVCHD, XAVS), Nikon nur MOV. MOV kann der Win Explorer nicht in der Vorschau abspielen, Sonys MP4 dagegen schon. Maximale Datenrate ist bei Sony größer.

Bedienung:
- Bei der A9 ist das Rädchen zur Blendenverstellung mal vorne, mal hinten, je nach Programm.
- D750 hat mehr festgelegte Direkttasten. Dafür hat die A9 viele freibelegbare Tasten.
- Mit etwas Arbeit kann man die A9-Bedienung verbessern: C-Tasten nach Bedarf belegen. Ich nutze C1 bis C4 für AF-Halten, Augen-AF, Display schwarz schalten und Umschalten AF-MF (für Video).
- Bei der D750 muss ich die Cam vom Auge nehmen, um etwas zu verstellen. Bei der A9 geht auch vieles im Sucher.
- Die schönen Sony-Objektive sind außen etwas glatt. Beim Festhalten muss man vorsichtig sein. Nikkors sind griffiger.
- Wertvoll ist es, sich das MeinMenü selbst zu konfigurieren, um nicht im riesigen A9-Menü suchen zu müssen.

Gewicht:
- D750 mit 85/1,8: 1211 gr. ohne Riemen
- A9 1076 gr. ohne Riemen ohne Griffteil. Mit Griffteil 1149 gr.
- Mit Griffteil an der A9 hält sie sich mindestens so gut wie die D750, eher noch besser. Ohne Griffteil hält sich die A9 schlechter.
- Bei den Maßen ist die A9 überall ein bisschen kleiner als die D750, auch noch mit Griffteil.
- Mit Samyang 24/2,8 ist die A9 deutlich kleiner als die D750 mit Objektiv sein kann.
- Die D750 hat jedoch einen kleinen Blitz integriert.