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Kleiner Bericht vom Umstieg von der Sony SLT A65 zur Nikon D600
(alle Infos ohne Gewähr)

Inhalt
- Pro D600 bzw. contra A65
- Contra D600 bzw. pro A65
- Neutral
- Fazit
- Anhang/Testbilder

Nach ca. 3 Jahren bei Sony bin ich wieder zurückgekommen zu Nikon. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich nicht mehr vom SLT-Konzept überzeugt wäre – das finde ich nach wie vor sehr gut. Aber Nikon hat ein paar kameratechnische Vorteile. Der AF-C der D600 ist dem der A65 klar überlegen. Und mich reizte eben auch Vollformat, welches Sony bisher nicht günstig anbietet (einen Nachfolger der A850 gibt es weiterhin nicht). Ein weiterer Punkt, den ich schon bei der D90 damals gut fand: Die Nikons haben interne Bildbearbeitung. Das ist schon ganz praktisch, wenn man z.B. Fahrzeiten in der Bahn nutzen möchte. Die RAW-Konvertierung erlaubt es, Fotos mal eben in einen anderen Picturemodus zu konvertieren (Monochrome, Vivid oder so), wobei die einzelne Konvertierung in der Kamera schneller geht als am PC.

Die Nikon hat hier ein DX-Objektiv drauf, welches von 18 bis 22 mm starke Vignettierung (schwarze Ecken) verursacht, aber darüber je nach Abstand halbwegs auch an FX-Format zu gebrauchen ist.






Was mir in der Praxis so aufgefallen ist:

Pro D600 bzw. contra A65:

Contra D600 bzw. pro A65:

Neutral:

Fazit:

Die Kameras sind einfach anders und haben verschiedene Schwerpunkte. Bei der D600 begeistert genau das, weswegen ich umgestiegen bin: Der sehr gute AF-C für Sportfotos bei Offenblende, sowie das großartige Freistellvermögen des Vollformatsensors in Verbindung mit dem Nikkor 50/1,4. Je nach Motiv kann die starke Neigung zu Aliasing im Video manchmal ziemlich störend sein (wenn es viele gerade Linien gibt). Dafür sind Farben und Kontrast auch im Video hervorragend. Der Push-AF (AF-S im Video) ist zwar eine nette Sache, doch er pumpt immer etwas. Mir wäre da Peaking wie in der A65 lieber, denn das manuelle Scharfstellen an der D600 ist nicht so ganz einfach. Ich bin mir oft nicht sicher, ob es nun richtig scharf ist oder nicht… Erstaunlicherweise ist es oftmals doch scharf, doch sicherheitshalber nutze ich zwischendurch lieber mal den Push-AF, der beim 50/1,4 mit Manualfokus kombiniert werden kann (nicht beim einfachen Sigma 70-300). Zum AF-C im Video bei der Sony gibt es in der Nikon nichts wirklich Vergleichbares. Da bleibt der Nikon nur Filmen mit kleiner Blendenöffnung, um viel Schärfentiefe zu erreichen. Der AF-C der Sony ist sporttauglich, wenn auch immer nur mit Blende 3,5 in Verbindung. Ein beträchtlicher Vorteil der Sony ist der elektronische Video-Bildstabi. So einen vermisse ich mit der 50er Brennweite. Zwar kann ich damit gerade noch halbwegs ruhig halten, doch ein Stabi wäre immer besser, zumal der elektronische Stabi auch besser funktioniert als Objektivstabis.

Bei der D600 fotografiere ich nun wieder mehr mit dem Sucher. Zum einen deswegen, weil LiveView keine echte Alternative ist (lahm) und zum anderen, weil ich den optischem Sucher auf dem rechten Auge besser vertrage als den OLED-EVF.

Die sehr schöne Rauscharmut der D600 war für mich kein entscheidender Umstiegsgrund, ist jedoch dennoch wunderbar. Die Bildqualität erscheint mir höher. Bei der Sony hatte ich bei glatten, einfarbigen Flächen manchmal das Gefühl, dass sie die Qualität etwas matschig macht. Klare Konturen hingegen wirken bei der Sony auch rauscharm und sind gut zu erkennen.

Bei der Nikon habe ich ohne EVF zwar weniger Kontrolle über Belichtung und Weißabgleich, aber dafür sind die automatischen Funktionen sicherer. Bei der Sony hatte ich öfter manuell eingreifen müssen.

Ich habe den Kontrastumfang nicht ausgemessen. Subjektiv erscheint er mir bei der D600 irgendwie noch höher, wobei ich immer ADL nutze. ADL extrastark wird nur noch vom HDR-Modus übertroffen, der bei der Nikon wie auch bei der Sony gut funktioniert. ADL habe ich nun meist auf Automatik.

Bedienungsmäßig sind die Kameras recht unterschiedlich. Solange man nicht ins Menü muss, geht es mit der Nikon schneller und das sind immerhin recht viele Einstellungen. Mein Umstieg ist spannend und ich finde, er hat sich gelohnt. Weniger deswegen, weil die Sony schlechter wäre, sondern viel mehr deswegen, weil mir die neuen Eigenschaften (Vollformat, top AF-C) an der D600 eine Menge Spaß machen. Die Sony ist eine klasse Kamera mit einem ganz anderen Konzept. Ihre Stärken liegen im Bildstabi und in der unbeschwerten Nutzung des Klappdisplays, sowie der einfacheren Fokussierung im Videomodus. Fotografie als Hobby lebt auch immer etwas von der technischen Abwechslung. Das können neue Objektive, neues Zubehör, aber auch ein neuer Body sein. Die D600 bietet mir neue Möglichkeiten, die ich jetzt gerade auszureizen versuche. Ein Systemwechsel ist für mich nicht so dramatisch teuer, weil ich nie einen großen Objektivpark aufbaue und das kleine Gepäck bevorzuge.

Anhang:

WLAN-Adapter WU-1b oben gesteckt und darunter in der Transportdose:




Video über Mikrofone von A65 und D600, sowie Aliasing-Demo zur D600 bei verschiedenen Videoeinstellungen:

Zur Aliasing-Betrachtung stelle man in YouTube auf 1080 und Vollbild. Leider wird das Video durch YouTube unschärfer, so dass Aliasing dann etwas weniger sichtbar ist als im Originalvideo.

Video über den AF-F der Nikon D600 (kontinuierlicher Kontrast-AF):


Videos und viele Fotos mit der Sony SLT A65:
Tretroller-WM 2012 mit A65 geschossen
DiscGolf-Turnier mit A65 geschossen

Videos und viele Fotos mit der Nikon D600:
Liegerad-WM 2013 mit D600 geschossen
DiscGolf-Turnier mit D600 geschossen

Freistellen ist mit der D600 (hier beide mit 50/1,4 bei Offenblende) auch noch aus etwas Entfernung möglich (Oben Liegerad-WM, darunter DiscGolf-Turnier):




Portrait-Entfernung mit Blende 1,6 am Nikkor 50/1,4:


Sowie 100 %-Ausschnitte:



Beispiel interne Bildbearbeitung "Farbzeichnung" (Das Bild wird zusätzlich zum normalen, geschossenen Bild abgespeichert):




Farbkontur:


Monochrom mit Tönung (aus RAW-Konvertierung):


Miniatur-Funktion:


Funktion Selektive Farbe. Hier habe ich mal nur grün ausgewählt. Man kann bis zu 3 Farben mit einstellbarer Gewichtung auswählen. Alles andere bleibt schwarzweiß:


Isoreihen:
(Siehe auch vorige Berichte:
www.effendibikes.de/A55
www.effendibikes.de/A65
www.effendibikes.de/Nex6)

Gesamtbild:


100-Prozent-Ausschnitte:

D600
(Bis Iso800 mit Blende 2,5, danach geschlossener)

Iso 100


Iso 800


Iso 3200


Iso 6400


Iso 12800


Iso 25600


SLT A65:
(nicht am gleichen Tag)
Iso 100


Iso 800


Iso 3200


Iso 6400


Iso 12800


Iso 16000


Isovergleich DX - FX:
Die Theorie sagt, dass FX 1 1/3 Blenden weniger rauscht, weil das Format 2,3x so groß ist wie DX. Ich habe dies mal ausprobiert. Als Zoom habe ich nur das DX-Zoom meiner Tochter da (18-55 VR). 3 Bilder habe ich aufgenommen:

1. DX mit 32 mm Brennweite und Iso 5000
2. FX mit 48 mm Brennweite und Iso12800 (wollte 50 mm haben, leicht verfehlt)
3. FX mit 50 mm Brennweite und Iso 500 (nur als Referenz)

Das Rauschen sollte der Theorie nach zwischen DX mit Iso 5000 und FX mit Iso 12800 bei gleichem Bildausschnitt gleich sein, was ich hier weitgehend bestätigt sehe, also 1 1/3 Blendenstufen Rausch-Abstand). Das Bild mit LowIso (naja, Iso500) ist nur zum Vergleich, damit man sieht, welche Details verloren gehen.

Das DX-Bild ist beim Bildschirmvergleich auf 100% reingezoomt, die FX-Bilder sind auf 65%. Beim FX-Bild mit dem DX-Zoom sieht man natürlich schwarze Ecken, aber die sollten hier jetzt mal egal sein . Besser wäre der Vergleich natürlich mit der D7100, weil die auch 24 MP auf DX bringt, aber die habe ich nicht da :-).

Isovergleich am Bildschirm, skaliert auf gleiche Größe:


Iso 5000 im DX-Modus (10,5 MP):


Iso 12800 im FX-Modus (24 MP):


Iso 500 im FX-Modus:


Isovergleich im Video mit Iso100 - Iso400 - Iso1600 - Iso6400 - Iso12800 - Iso25600:
(Die Unterschiede sind bei Vollbild am besten zu sehen)