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Kleiner Bericht zur Samsung NX mini mit 9 mm Pancake
(alle Infos ohne Gewähr)

Inhalt:

- Videos
- Allgemeine Info zu Sensorgrößen
- Was mir an der Samsung NX mini auffiel
- Fazit
- Beispiele Bildmodi
- Dynamik-Optimierer
- Rauschtests (Isoreihe)
- Sensorgrößenvergleich

Videos

In diesem Video zeige ich Einiges zum Menü und zur Bedienung, u.a. HDR, Panorama, Bildmodi etc.. Gefilmt mit Nikon D600.

0:14 Min. Einschalten
0:30 Min. Blitzanschluss
0:48 Min. Selfie
1:10 Min. Zeitlupenauswahl
1:35 Min. Tracking-AF
1:54 Min. Ausschneiden
2:07 Min. Bild bearbeiten
2:25 Min. Smart-Filter, Comic
2:45 Min. Manualfocus
3:23 Min. Dynamik-Einstellungen (HDR)
3:56 Min. Panorama
4:54 Min. FN-Menü (Belichtung)
5:16 Min. Weißabgleich
6:14 Min. Custom-Bildmodi-Einstellungen
6:43 Min. Belichtungsmessung, AF-Modus, AF-Bereich...
6:59 Min. Gesichtserkennung, Verlussmodi, Blitz,...
7:20 Min. Zeitautomatik, Blende vorwählen, Programmautomatik, Blendenautomatik




Hier ein kleines Video in 480p-Auflösung: 100 fps und AF-C (welcher auch mit FullHD geht):




Hier ist der Video-AF allgemein dargestellt:




Und hier noch ein Mikrofon-Vergleich zwischen Samsung NX mini, Nikon D3100, Nikon D600 und D600 mit externem Mikrofon Tascam TM-2X:




Allgemeine Info zu Sensorgrößen:

Die NX mini liegt zwischen Handy bzw. einfacher Kompaktkamera und einer DSLR. Der 1"-Sensor der NX mini hat ca. 13,2x8,8 mm Größe, als ca. 116 mm² Fläche. Ein Top-Handy wie das Samsung S4 hat einen 1/3"-Sensor und ca. 17 mm² Sensorgröße. Eine Kompakte mit 1/2,3"-Sensor hat ca. 23,5 mm². Eine APS-C-Spiegelreflexkamera wie die Nikon D3100 hat 23,7x15,6 = 370 mm² und die Nikon D600 mit Vollformatsensor kommt auf 36x24 mm = 864 mm².

Im Vergleich war festzustellen, dass sich der 1"-Sensor wie erwartet zwischen Handy und DSLR positioniert, d.h. die Bildqualität ist beträchtlich besser als beim Handy und bei der Kompakten. Würde man die Bilder einer D600 nicht sehen, hätte man gar kein Verlangen nach etwas Besserem. Der sehr große Sensor der D600 kann jedoch vor allem Farben und Kontrast noch feiner und satter darstellen. Dreht man die Sättigung der Farben hoch, sehen Bilder eines kleinen Sensors künstlich aus, d.h. z.B. rot und grün gehen in die Sättigung, während Hauttöne noch vergleichsweise blass bleiben. Je größer der Sensor, desto besser lässt sich die Sättigung mit natürlichem Bildeindruck hochdrehen, d.h. die Balance der Farben, wie ich es hier mal nenne, bleibt beim Hochdrehen länger erhalten. Die NX mini hat da schon eine sehr ordentliche Qualität.

NXmini_A5000.JPG
Größe von der NX mini mit der Sony A5000 im Vergleich. Die A5000 ist die kleinste APS-C-Systemkamera der Welt. Es gibt allerdings noch ein ca. 8 mm kürzeres Objektiv, das 20/2,8.


Was mir an der Samsung NX mini auffiel:

- Die Dynamik ist in 2 Stufen verbesserbar ggü. Standardeinstellung:
1. Smart+ >> dies bringt hauptsächlich eine Verbesserung der Highlights. Insgesamt ist die Wirkung aber nicht sehr stark. (im Vergleich zu einer Nikon-DSLR mit Active DLighting)
2. HDR >> Hier werden 2 oder 3 Bilder aufgenommen und zusammen verrechnet. In dieser Einstellung werden in der NX mini leider nur Standardfarben verwendet, also keine Custom-Einstellung. Bei HDR steigt auch die Durchzeichnung in den dunklen Bereichen deutlich an. Es kommt jedoch vor, dass man Doppelbilder sehen kann. Dies war bei meinen früheren Sonys (A55, A65) nicht der Fall. Also ist bei der NX mini ein Stativ besser bei HDR, doch so übel wie in der D600 ist es nicht, vermutlich wegen fehlendem Spiegelschlag. Ich habe gewöhnlich Smart+-Dynamik eingestellt. Die Dynamik der NX mini ist klar besser als von Kompaktkamera-Sensoren.

- Das 9 mm-Pancake hat nach meinem Eindruck eine gute allgemeine Auflösung.

- Panorama funktioniert in der NX mini sehr gut. Während ich in den Sonys immer mal Abbrüche hatte, weil ich nicht perfekt herumgezogen habe, passiert dies in der Samsung nicht. Die bekommt das alles verrechnet. Die Bildgröße bei Panorama ist jedoch nur noch ungefähr 5760x1000 Pixel, wobei die Größe schwankt. Offenbar wird mehr oder weniger beschnitten, je nachdem wie gut man herumzieht. Man kann auch nach halber Drehung den Auslöser loslassen und bekommt so ein weniger breites Panorama. Mit dem 9 mm-Pancake sind Panoramas von fast 270° möglich. Da muss man sich ganz schön herumdrehen :). Panoramen funktionieren auch hochkant.

- Der Autofokus ist für einen Kontrast-AF schnell, kann aber nicht mit dem kontinuierlichen Phasen-AF einer DSLR mithalten. Doch man kann mit dem AF sehr zufrieden sein, zumal man bei dem Superweitwinkel-Pancake sowieso viel Schärfentiefe hat.

- Im Video ist der AF problematisch, da er bei mäßigem Licht oft pumpt, was doch störend ist.

- Die NX mini hat einen guten Videomodus mit maximal 1080p25 Videoformat (in Amerika 30p). Zeitlupenvideos kann man leider nur mit kleiner 480p-Auflösung erstellen. In der Kamera heißt es beim 100 fps-Video "0,25x Aufnahmegeschwindigkeit". Damit wird ein Video erstellt, das ebenfalls 25 fps, jedoch 1/4 Abspielgeschwindigkeit hat. Für mich ist das ungewohnt, aber problemlos. Ich schneide ja alle Videos immer noch im Programm. Die NX mini kann interessanterweise auch Zeitraffer, mit Geschwindigkeiten von 5-, 10- oder 20-fach. Dazu müsste man dann ein Stativ o.ä. nutzen.

- Die Dunkelphase nach dem Auslösen ist noch relativ kurz (ca. halbe Sekunde), jedoch vorhanden, wodurch schnelles Auslösen nacheinander etwas ausgebremst wird. Ein Handy Galaxy S3 kann schneller nacheinander auslösen und hat keine Dunkelphase.

- Die Akkulaufzeit scheint für eine so kompakte Kamera sehr gut zu sein (geschätzt 500 Bilder pro Ladung). Die Nikon D3100 schafft sicher weniger Bilder pro Akkuladung. Geladen wird über Mini-USB, womit man also auch die kleinen externen Akkus (für Handys) zum Aufladen unterwegs nutzen kann. Ich kann die Kamera per USB auch einfach im Auto aufladen, also man hat alle Vorteile dieses Standards. Einen 2. Akku habe ich mir bisher nicht gekauft.

- Die Wifi-Funktion ist sehr nett und nützlich an so einer kleinen Kamera. Befindet man sich im WLAN (oder Hotspot eines Handys), kann man ein Bild direkt per Email verschicken. Es kann so eingestellt werden, dass ein Bild automatisch auf ca. 500 kB heruntergerechnet wird. Eingeben einer Email geht mit Touchscreen und Quertz-Tastatur einfach, wie beim Handy. Die Email-Adressen bleiben gespeichert und können später schnell abgefufen werden. Zum Übertragen der Bilder auf das Handy ohne Internet-Datenvolumen zu nutzen nimmt man eine Samsung-App auf dem Handy und kann die Bilder darüber von der Kamera ziehen. Die Auswahl der Bilder erfolgt entweder auf dem Handy oder schon auf der Kamera, je nach Wunsch. Wenn man sich in einem WLAN befindet, muss das Handy jedoch erst auf das Netz von der Kamera umgestellt werden. Außerhalb eines WLANs verbindet sich das Handy bei Übertragung von Fotos automatisch mit der Kamera. NFC (für Remote) habe ich nicht probiert, da ich noch ein altes Handy ohne NFC habe (HTC Evo 3D). Auch die Funktion AutoShare und das Versenden an mehrere Handys gleichzeitig habe ich nicht probiert.
EDIT: Mein neues Handy Samsung Galaxy S5 verbindet sich dank NFC schneller mit der Kamera, d.h. ich muss nicht erst die WLAN-Netze umstellen, das geht damit automatisch.

- Bildbearbeitung in der Kamera finde ich toll. Natürlich kann man auch am PC zuhause einiges machen, aber so kann man z.B. ein Comic-Bild direkt vor Ort versenden. Die Comic-Funktion finde ich überraschend gut. Auch Tusche und manch andere "Spielzeug-Funktion" finde ich nett. Allerdings klappt das interne Bearbeiten nur an Originalfotos aus der NX mini, die nicht am PC verändert wurden oder aus einer anderen Kamera auf die Karte kopiert wurden. Kameraintern kann man auch einige Bildparameter wie Helligkeit und so nachträglich ändern, doch leider kann man keine RAWs intern konvertieren. (wie bei einer Nikon-DSLR) In der NX mini lässt sich ein Bild auch mehrmals mit verschiedenen Effekten bearbeiten, wenn man es zwischendurch abspeichert (und damit ein weiteres Bild erzeugt).

- Zur NX mini liefert Samsung die RAW-Software Lightroom 5 mit. Das ist eine sehr beachtliche Beigabe, denn das Programm kostet einzeln schon über 100 €. Es ist sehr leistungsfähig und ich habe auch RAWs meiner D600 damit schon wunderbar bearbeiten können.

- Die NX mini hat Custom-Tasten, deren Belegung man im Menü festlegen kann. Ich habe auf die Müll-Taste den RAW-Umschalter (nur für das nächste Foto) gelegt. Im Wiedergabe-Modus bleibt natürlich die Mülleiner-Funktion erhalten. Die andere Custom-Taste ist "Direct Link" oben auf der Kamera, zu der verschiedene Funk-Funktionen zugeordnet werden können:
DirectLink2.JPG DirectLink1.JPG


- Das Touchdisplay ist im Großen und Ganzen eine super Sache. Ich finde jedoch, dass es etwas feiner scrollen könnte. In Handys läuft das Scrollen weich und die Position muss nicht "einrasten". In der NX mini springt dagegen das Menü beim Scrollen wieder auf den letzten Punkt zurück, der voll ins Bild kam. Das irritiert. Man kann nicht wie am Handy mit Schwung hochscrollen. Man gewöhnt sich jedoch daran.

- Sehr praktisch finde ich das schnelle Ausschneiden per Touchscreen. Man speichert dann ein neues Bild ab, ideal z.B. wenn man es gleich versenden möchte. (Siehe im Video oben)

- Die Bedienung mit Touchscreen und Knöpfen ist gut gelungen. Die allgemeine Einstellbarkeit der Kamera ist sehr umfangreich.

- Der automatische Weißabgleich machte einen guten Eindruck, besser als bei meiner Nikon D600, so dass ich bisher den manuellen Weißabgleich gar nicht benutzt habe. Dieser lässt sich allerdings auch sehr fein einstellen, wie an einer DSLR.

- Die Kamera habe ich mit Akku und Pancake-Objektiv mit 229 gr. gewogen. Das Gewicht liegt kaum über einem dickeren Handy und finde ich somit noch gut mitzunehmen. Ein weiteres Objektiv habe ich bisher nicht, doch mein Interesse ist daran auch nicht so groß, denn ein kleines Pancake macht die Kamera so besonders handlich. Bisher gibt es ja nur noch ein Zoom zur NX mini und ein lichtstarkes Standard-Objektiv mit Stabi ist angekündigt. Ansonsten kann man mit einem (ca. 150 € teuren) Adapter auch Objektive des großen NX-Systems nutzen, doch das wäre nur dann sinnvoll, wenn man keine große Kamera hat. Ich nutze für beste Qualität meine Nikon D600. Die Samsung nehme ich dazu jedoch mit, da sie gut in die große Kameratasche passt, ein Weitwinkel ersetzt (ich nutze an der D600 fast nur das 50/1,4) und ich zudem eine Kamera dabei habe, mit der man geräuschlos (auch kein Verschlussgeräusch!) und unauffällig dank Klappdisplay fotografieren kann.

- Die NX mini ist die perfekte Selfie-Cam. Klappt man den Monitor nach ganz oben, schaltet sich die Kamera automatisch an. (Siehe Video oben)

- Ein externes Mikrofon ist an der NX mini leider nicht anschließbar, aber dafür ist das Gehäuse sowieso etwas klein. Ein Blitz geht auch nur an einen Spezialanschluss oben auf der Kamera.

- Das 9 mm-Objektiv hat keinen Deckel. Dies erscheint zunächst seltsam und manch einer kritisiert das vielleicht. Ich finde es jedoch durchaus sinnvoll. Normalerweise trägt man die Kamera ja in einer Tasche. Dort ist das Objektiv genug geschützt und das Abnehmen zum Fotografieren entfällt, was durchaus praktisch ist. Zudem trägt ein Deckel sonst ja auch noch etwas auf. Samsung hat das wohl von den Handykameras abgeguckt.

Fazit

Die Samsung NX mini erfüllt die Erwartungen voll. Die Bildqualität ist sensorgrößenentsprechend gut. Über Iso 3200 fällt die Bildqualität deutlich ab, aber bis dahin ist die Kamera gut brauchbar. Damit liegt sie sehr deutlich über der Bildqualität von Handys, aber noch unter der von DSLRs und Systemkameras mit größeren Sensoren. Die bessere Bildqualität rechtfertigt die zum Handy zusätzliche Mitnahme der Kamera unterwegs, zumal sie mit knapp über 200 gr. nicht schwer ist und der Akku lange hält. An solchen Fotos hat man deutlich mehr Freude als an Handyfotos, auch, wenn Handys in den letzten Jahren schon deutlich besser wurden. Die NX mini liegt jedoch schon nah im Bereich der DSLR-Bildqualität.

Die Gehäusequalität ist ebenfalls richtig gut. Mir gefällt auch die Konnektivität zum Handy bzw. PC.

Das Touchdisplay ermöglicht so einiges, wie z.B. der Quertz-Tastatur bei Eingabe einer Email-Adresse. Das Scrollen im Menü ist jedoch noch nicht 100% flüssig.

Insgesamt ist die Samsung NX mini eine tolle Kamera, die ihren Preis, insbesondere auch in Anetracht des beigelegten Lightroom 5, wert ist.

Ein paar Beispiele für Bildmodi

Customfarben.JPG
Custom Farben, Kontrast etc.

Comic.JPG
Comic (Sprechblasen kann man noch am PC zum Beispiel mit der Freeware Photoscape einbauen)

Comic2.JPG
Comic

Oelgemaelde.JPG
Oelgemälde

Skizze.JPG
Skizze

Skizze2.JPG
Skizze

Tusche.JPG
Tusche

Tusche2.JPG
Tusche

Selfie.JPG
Selfie-Test :-)

Panorama.JPG
Panorama

StarkeFarbe.JPG
Starke Farbe

D600_StarkeFarbe.JPG
Nikon D600 starke Farbe (zum Vergleich). Die Nikon erlaubt kameraintern eine extreme Farb-Einstellung.

Dynamik-Optimierer

DynamikAus.JPG
Dynamik aus

Smart+.JPG
Smart+

HDR.JPG
HDR


Isoreihe

Gesamtbild.JPG
Gesamtbild

Iso200.JPG
Iso200

Iso400.JPG
Iso400

Iso800.JPG
Iso800

Iso1600.JPG
Iso1600

Iso3200.JPG
Iso3200

Iso6400.JPG
Iso6400

Iso12800.JPG
Iso12800

Iso25600.JPG
Iso25600

Sensorgrößenvergleich

Alles fotografiert mit Automatikmodus. Aufgrund der weiten Einstellbarkeit aller Kameras sind diese Bilder nur als Orientierung zu betrachten. An der D600 war ein APS-C-Objektiv (18-55 @25 mm), daher ist etwas Vignettierung in den Ecken zu sehen.

VonOben.JPG
Samsung PL120 mit 1/2,3"-Sensor, Samsung NX mini mit 1"-Sensor und Nikon D3100 mit APS-C-Sensor, Blick von oben

VonVorne.JPG
Blick von vorne

NXmini_1600.JPG
NX mini

D3100_1600.JPG
D3100

D600_1600.JPG
D600

PL120_1600.JPG
PL120

GalaxyS4_1600.JPG
Galaxy S4

Ausschnitte obiger Bilder, skaliert auf gleiche Größe:

NXminiCrop.JPG
NX mini Crop

D3100crop.JPG
D3100 Crop

D600crop.JPG
D600 Crop

PL120_Crop.JPG
PL120 Crop

GalaxyS4Crop.JPG
Galaxy S4 Crop